Personajes ° Profil

Un diablo de invierno tomando el sol
Ein Teufel des Winters, der sich gerade sonnt

Thomas Mann

o cómo leerlo en medio de un calor que nos derrite

oder wie können wir ihn lesen in einer Hitze, die uns zerschmelzen lässt?

Por ° Von: José Guillermo (Memo) Ánjel
Übersetzung: Michael Mangold

Introito

Conocí a una mujer coja y enferma de la sangre que se leyó cuarenta veces o más La montaña mágica, hasta que no sólo la supo casi de memoria sino que propuso escribir versiones distintas al original porque, le pareció y así lo explicó a la gente, esa novela producía otras novelas en la medida en que era leída. Esta mujer, para la que no hubo en su vida Biblia ni Quijote sino Thomas Mann, hizo también cursos de alemán por correspondencia. No sé qué tanto aprendió, lo que sí sé es que dejó doce cuadernos escritos (comentarios propios a cada lectura de La montaña mágica y otros textos de Mann) en los que dijo (siempre en cada cuaderno) que la única manera de entender a América latina era a través de un estudio serio sobre la tuberculosis y el diablo. La mujer murió de esperar un novio que nunca llegó, eso comentaron los vecinos. Creo que ese novio fue Thomas Mann, a quien había inventado de muchas maneras, como se desprende de lo que escribió en los cuadernos, y del que tenía una colección de fotografías aparecidas en periódicos y revistas, muchas de ella en inglés y en francés. También señaló dos fotografías en una revista en polaco que no se sabe cómo llegó a su poder. Es bueno aclarar que nunca le escribió una carta a Thomas Mann. Decía que una correspondencia iniciada por una mujer no era propia de la decencia.

En las tierras tropicales todo es calor y desmesura, movimiento y desmemoria. Y el mundo se crea permanentemente entre tragicomedias y esperanzas que no se cumplen, bailes hasta casi perder el sentido y magias de cocina, muy buenas (dicen) para atrapar maridos. Hay exceso de color y canciones que se contradicen en las notas de los instrumentos, mujeres que han parido hasta 33 hijos y hombres que van de mujer en mujer como el pájaro del arca de Noé, anunciando inundaciones y buscando refugio en las faldas. En el trópico, Dios cumple una tarea contraria: en lugar de crear el orden, crea el desorden. Y esto nos gusta porque así vivimos hasta los 120 años sin saber realmente qué pasa. Isidoro de Sevilla lo había previsto al decir que más al sur, donde comienza el desierto, vive el diablo. Isidoro fue santo y hay que creerle.
Los santos sufren de tentaciones y visiones extremas.

Primera versión de Thomas Mann en el trópico

Bueno, a cuarenta grados a la sombra y con el aire oliendo a burro y a gasolina, hemos leído a Thomas Mann. Primero sin entenderlo muy bien debido a la lentitud de su prosa (creo que también a las malas traducciones) y a las moscas, al ruido de la máquina que fabrica hielo y a que a veces a los libros les faltan páginas. Pero como en esas tierras somos tercos y reincidimos en lo que hacemos, la segunda lectura de Thomas Mann da resultados y así nos hacemos a una idea de una Alemania...

Eröffnung

Ich habe eine hinkende und blutkranke Frau kennen gelernt, die 40 Mal oder noch öfter den Zauberberg gelesen hatte, so oft jedenfalls, dass sie nicht nur das Buch schon fast auswendig konnte, sondern auch Vorschläge machte, wie verschiedene Fassungen des Originals zu schreiben wären, weil - so schien es ihr und so erklärte sie es den Leuten - dieser Roman andere Romane geradezu erzeugte und zwar in dem Maße, wie er gelesen wurde. Diese Frau, in deren Leben es weder die Bibel noch Don Quijote gab, sondern nur Thomas Mann, besuchte auch Deutschkurse für Schriftverkehr. Ich weiß nicht, wie viel sie lernte, das einzige , was ich mit Sicherheit weiß, ist, dass sie zwölf beschriebene Hefte hinterließ: nämlich mit eigenen Kommentaren, nachdem sie jedes Mal den Zauberberg sowie andere Texte von Thomas Mann gelesen hatte. In jedem dieser Hefte sagte sie, dass die einzige Art und Weise, um Lateinamerika zu verstehen, ein ernsthaftes Studium über die Tuberkulose und den Teufel sei. Die Frau starb in der Hoffnung, einen festen Freund zu finden, der ihr allerdings niemals begegnete. Das jedenfalls sagten die Nachbarn. Ich glaube, dieser feste Freund war Thomas Mann, den sie auf verschiedene Arten erfunden hatte, das kann man aus dem entnehmen, was sie in ihren Heften geschrieben hatte und aus einer Sammlung von Fotos, die in Zeitungen und Zeitschriften erschienen waren, viele dieser Stücke waren auf Englisch und Französisch. Darauf weisen auch zwei Fotografien in einer Zeitschrift auf Polnisch hin, von der man nicht weiß, wie sie in ihre Hände gelangte. Es ist wichtig klarzustellen, dass sie selbst nie einen Brief an Thomas Mann geschrieben hatte. Denn man sagte, dass ein Schriftwechsel, den eine Frau begonnen hätte, in damaligen Zeiten nicht der Auffassung von Anstand und Moral entsprach.

In den tropischen Gegenden ist alles Hitze und unverschämt groß, es gibt Bewegung und Vergesslichkeit. Und die Welt erschafft sich ständig neu zwischen Tragikomödien und unerfüllten Hoffnungen, zwischen Tänzen bis hin zur Ohnmacht und Zaubereien aus der Küche, um - so sagt man - zukünftige Ehemänner um den Finger zu wickeln. Es ist unglaublich heiß, und es gibt Komponisten, deren Lieder von den Musikinstrumenten bisweilen nur verstimmt wiedergegeben werden (können), es gibt Frauen, die bis zu 33 Kinder geboren haben und Männer, die von Frau zu Frau ziehen wie der Vogel aus der Arche Noah, während er Flutwellen ankündigt und Zuflucht unter den Röcken sucht. In den Tropen hat Gott eine widersprüchliche Aufgabe erfüllt: Anstelle Ordnung zu schaffen, hat er Unordnung geschaffen. Und genau das gefällt uns, weil wir so 120 Jahre alt werden, ohne genau zu wissen, was passiert ist. Isidoro von Sevilla hatte all das prophezeit, indem er sagte, dass im fernen Süden, wo die Wüste anfängt, der Teufel lebe. Isidoro war Heiliger und ihm muss man Glauben schenken. Die Heiligen leiden unter Versuchungen und außergewöhnlichen Erscheinungen.

Erste Version von Thomas Mann in den Tropen

Na gut, bei 40 Grad im Schatten und mit einer Luft, die nach Eseln und Benzin riecht, haben wir Thomas Mann gelesen. Zunächst ohne ihn sehr gut zu verstehen wegen der Langsamkeit seiner Prosa (ich glaube auch wegen der schlechten Übersetzungen) und wegen der Fliegen, wegen des Krachs der Maschine, die Eis herstellt, und weil manchmal den Büchern einfach einige Seiten fehlten. Aber weil wir in diesen Gegenden dickköpfig sind und rückfällig werden in dem, was wir tun, verschafft uns die zweite Lektüre von Thomas Mann die Vorstellung von einem Deutschland...